Die Rheinische Tafel der Kölnischen Rundschau

Entdecken Sie die kulinarische Vielfalt der rheinischen Gastronomie!

Rheinische Tafel: Tradition in Kapellen

Während in vielen Restaurants der Betrieb nur zögerlich in Schwung kommt, kann Thomas Königs im Landgasthaus Hages schon wieder durchatmen. Das Angebot, Speisen zu bestellen und abzuholen, wurde während des Lockdowns so gut angenommen, dass es weiterhin besteht. Zudem zeigt sich nun, wie sehr die Stammgäste den Besuch im Landgasthaus vermisst haben. Und so finden sie den Weg wie gewohnt aus allen Himmelsrichtungen.

Neben der Schänke verfügt das Gasthaus mit dem Restaurant, dem Kaminzimmer und einem großen Biergarten über hervorragende räumliche Möglichkeiten. Die gebotenen Abstandsregeln sind daher problemlos einzuhalten. Seit 112 Jahren existiert das Landgasthaus im Zentrum des Grevenbroicher Ortsteils Kapellen. Wo bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine Posthalterei ihren Standort hatte, residierten später eine Bäckerei, ein Lebensmittelgeschäft sowie eine Kohlenhandlung.

Betriebsamkeit zählte offensichtlich schon zu den herausragenden Eigenschaften der Vorfahren des heutigen Gastgebers. Der Urgroßvater des heutigen Gastgebers hatte die Gastwirtschaft schließlich 1908 nach einem Umbau eröffnet. Thomas Königs, der nach wie vor von Mutter Luise unterstützt wird, verbindet klassische gutbürgerliche Speisen mit saisonalen Einflüssen. Steaks und Schnitzel sind unverzichtbar. Königs erlaubt sich darüber hinaus kulinarische Ausflüge. Sobald sich der Spargel verabschiedet, bereichern Pfifferlinge den Speisezettel.

      Foto: Michael Sachse

Angebot:

Gegenwärtig reicht die lukullische Spannbreite vom Schnitzel „Försterin Art“ mit Champignons in Rahmsauce, Pommes frites und Salat (14,50 Euro) über Spaghettini mit Gemüse, Tomatensauce, Rucola und Parmesan (15,50 Euro) bis hin zum Thai-Curry mit Putenbrust, Kokosmilch, Gemüsestreifen und Käserisotto (19,50 Euro).

Der Thekenbetrieb ist momentan noch tabu. „Alle, die sonst an der Theke stehen, müssen sich momentan setzen“, sagt Thomas Königs. Die Zapfhähne jedenfalls laufen längst wieder hochtourig. Mit Bitburger Pils und Bitburger alkoholfrei, Diebels Alt, Früh Kölsch, Schumacher Alt und Benediktiner Weizen hat das Haus sechs frisch Gezapfte am Start. Wer Wein vorzieht, darf sich auf Tropfen vom Weingut Kallfelz aus Zell an der Mosel oder vom Weingut Dr. Gänz aus Guldental an der Nahe freuen.

Adresse:

Landgasthaus Hages

Talstraße 54, 41516 Grevenbroich

www.landgasthaus-hages.de

Telefon: (02182) 2334

Mittwochs bis Samstags ab 17 Uhr, Sonntags 11 bis 14.30 Uhr und ab 17 Uhr.

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Absolut Saisonal in Seelscheid

Was gibt es Schöneres als eine Wanderung mit einer leckeren Mahlzeit zu krönen? Das Seelscheider Haus am Berg ist dafür die passende Adresse. Ulrike Schell und Michael Frank sind vor fünf Jahren aus dem rheinhessischen Schwabenheim hierhin gezogen, um ihre Vorstellungen von einer regionalen und saisonalen Küche umzusetzen. Ihr Restaurant liegt direkt am Kräuterwanderweg, einem Rundweg, der in Seelscheid startet und durch die Naturschutzgebiete von Wenigerbach- und Naafbachtal führt.

Während die Rheinhessin Ulrike Schnell den Service leitet, ist Michael Frank für die Speisen verantwortlich. Frank stammt aus dem Saarland, wo er seine Lehrjahre als Koch verbrachte. 2011 eröffnete er im rheinhessischen Schwabenheim sein erstes eigenes Restaurant. Dort lernte er die Hotelfachfrau Ulrike Schell kennen und lieben. Die Verbundenheit zur Heimat ist beiden zu eigen. Davon zeugen nicht nur die Fotos an den Wänden. Das Paar bekennt sich auch bei der Auswahl der Getränke zu seinen Wurzeln. So zapft man zum Beispiel Karlsberg-Urpils aus Homburg an der Saar. Ulrike Schnell empfiehlt Tropfen vom Weingut Schreiber-Kiebler in Klein-Winternheim sowie Obstschnäpse aus der Brennerei von Helmut Luy in Schwabenheim.

 

Wein und Flammkuchen am Fuße des Siebengebirges

Im vergangenen Frühjahr hat Robert Rechmann das Bistro Ludwig in Bad Honnef eröffnet. Wäre da nicht ein Virus dazwischen gegrätscht, könnte man nach einem Jahr von einem Traumstart sprechen. Allmählich läuft der Betrieb nun wieder an.
In Zeiten von Sicherheitsabständen profitiert Rechmann von einem abgeschieden gelegenen und idyllischen Garten hinter dem Haus. Aber auch im Innenbereich stehen immerhin noch insgesamt 14 Tische zur Verfügung. Ein ausgewogenes Weinsortiment und eine Küche mit regionalen und saisonalen Schwerpunkten sind die Eckpfeiler seines Konzepts. Der Name des Bistros ist eine Hommage an seinen Großvater und dessen Namensvetter, den Großvater seiner Verlobten.
Für Rechmann haben sich die Dinge in Bad Honnef gefügt. Geboren im nahen Oberpleis, absolvierte er seine Ausbildung im Königswinterer Hotel Maritim. Es folgten mehrere Auslandsstationen. Besonders prägend war der Aufenthalt im südafrikanischen Kapstadt, wo der 33-Jährige auf dem Weingut Buitenverwachting die Liebe zum Wein entdeckte. Von dieser Affinität profitieren die Gäste. Das Sortiment greift sowohl auf Erzeugnisse aus der Nachbarschaft wie Gutswein von Broel aus Oberdollendorf als auch auf spanische, italienische und südafrikanische Tropfen zurück.

 

Bergisches Krüstchen und Zapfengeist im Schwarzenberger Hof

Sowohl traditionelle Gerichte als auch moderne Kreationen halten Leib und Seele zusammen, zumindest im Schwarzenberger Hof. Im Haus der Familie Jaeger werden immer wieder Klassiker aus fast einhundert Jahren Küchengeschichte wie Cordon Bleu oder Russisch Ei aufgetischt. Schließlich befindet sich das Gasthaus seit 1925 im Familienbesitz. Fast genauso lange gibt es auch das Bergische Krüstchen, ein Schweineschnitzel auf Toast mit Champignons, Sauce Hollandaise und Salaten für 13,30 Euro.

Daneben zeugen Vorspeisen wie Wasabi-Erbsen-Samtsuppe mit einer Praline vom Lachs in Sesamkruste (6 Euro) oder Hauptgänge wie weißer Heilbutt mit Erbsenschoten, Navetten, Bohnen, gelber Möhre, Brokkoli, Pilzen und Kartoffelkrapfen (30 Euro) von der Ambition des Gastgebers und Chefkochs Klaus Jaeger. Seine Lehre hat Jaeger im Lohmarer Naafshäuschen absolviert. Danach wollte er eigentlich weitere Erfahrungen im In- und Ausland sammeln. Doch daraus wurde nichts. Rascher als geplant musste er im heimischen Betrieb in die Fußstapfen der Eltern treten.

 

Nachhaltigkeit und Regionalität im Brauhaus Johann Schäfer

Schon die Bläck Föös machten das Gebäude bekannt. Als sie den „Polterovend en d´r Elsaßstroß“ besangen, bezogen sie sich auf die Spedition Johann Schäfer in der Südstadt. Tatsächlich öffnete die Firma in den 1970er Jahren ihr Backsteingebäude für Polterabende. Dass sich die Spedition irgendwann in ein Brauhaus verwandeln würde, konnte damals niemand ahnen.

Dafür mussten erst Till Riekenbrauk und Thomas Borninkhof im November 2017 ihre Vorstellungen von einer modernen Gastronomie im Brauhaus-Stil umsetzen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Riekenbrauk an den Moment, als er das denkmalgeschützte Gebäude erstmals betrat. Bis zur Eröffnung des Brauhauses Johann Schäfer dauerte es allerdings noch drei Jahre.

Das Interieur mit seinen hohen Decken und den Fliesen aus dem Jahr 1889 haben den Gastronomen gleich gefangen genommen. So entstand hier das jüngste Brauhaus der Domstadt.

 

Genuss abseits der Stadt im Forsthaus Telegraph in Troisdorf

Ein Ausflug in die Wahner Heide lohnt sich nicht nur zum Wandern, sondern auch zum Schlemmen. Das Forsthaus Telegraph, in dem Thomas Pilger seit 32 Jahren für Genussmomente sorgt, diente von 1833 bis 1852 als Station Nr. 53 der Königlich-Preußischen Telegrafenlinie zwischen Berlin und Koblenz. Ein wenig abseits von Troisdorf wähnt man sich fern jeglicher Alltagshektik.

Pilger hat seine Ausbildung in der Küche des früheren Hotels am Tulpenfeld im ehemaligen Bonner Regierungsviertel absolviert. Anschließend sammelte er Erfahrungen an der Côte d´Azur, wo er vier Sommer lang kochte. Als er nach weiteren Stationen im In- und Ausland 1988 in die Heimat zurückkehrte, übernahm er das Forsthaus.

 

Kunst, Kölsch und Kotelett abseits der Touristenströme

Im Schatten der großen Kölner Brauhäuser versteckt sich zwischen Opernhaus und Fußgängerzone die Kleine Glocke. Kölsche Küche und frisch Gezapftes in rustikaler Atmosphäre beschreiben das Lokal nur unzureichend. Denn die Kleine Glocke ist auch ein traditioneller Hort der Kunst. Das unterstreichen eindrücklich die Gemälde, Karikaturen und Zeichnungen an den Wänden. Manch ein Künstler soll früher seinen Deckel durch eine Zeichnung beglichen haben.

Das gilt vor allem für den ehemaligen Stammgast und Karikaturisten Arno Faust, dem sogar ein Eckchen gewidmet ist. Schon nach dem Ersten Weltkrieg traf sich hier die rheinische Kunstszene um die „Kölner Progressiven“ von Franz Wilhelm Seiwert bis August Sander. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Lokal zerstört und 1954 von Toni Dierse in unmittelbarer Nähe wiedereröffnet.

 

 

Wild aus dem Siebengebirge im Rhöndorfer „Haus im Turm“

Wahrscheinlich hätte sich hier auch der berühmteste Sohn Rhöndorfs bei einem Glas Wein und einem leckeren Rinderfilet rundum wohlgefühlt. Wer das Haus im Turm aufsucht, kommt an Konrad Adenauer nicht vorbei. So ist der erste Kanzler der Bunderepublik auf mehreren Schwarz-Weiß-Bildern im Restaurant zu sehen.

Das Rhöndorfer Haus im Turm ist ein Juwel. Die Villa, die auf eine mittelalterliche Burganlage zurückgeht und ihr heutiges Erscheinungsbild einem Umbau im 19. Jahrhundert verdankt, eignet sich ideal für eine ambitionierte Gastronomie. Das Ambiente der Räumlichkeiten und der weitläufige Park hinter dem Haus runden den positiven Eindruck ab.

 

Wirtshaus Helfer – ein Wirtshaus am Rande Kölns

Auch im südlichsten Veedel Kölns wird gut gekocht. Libur hat zwar weder einen Supermarkt noch einen Bäcker oder Metzger, aber mit dem Wirtshaus Helfer eine kulinarische Oase.

Das Haus existierte jahrzehntelang als urige Dorfkneipe, bis es 1996 bei einem Brand fast völlig zerstört wurde. Der Wiederaufbau dauerte drei Jahre, in denen das heutige Restaurant entstand. Den Namen erhielt das Haus durch die damalige Betreiberfamilie Helfer. 2006 übernahm Marica Sabo die Gaststätte. Mittlerweile führt Sohn Tomislav Regie.

Die Einrichtung verbindet den Charme einer rustikalen Gastwirtschaft mit Elementen im Landhausstil. In behaglicher Atmosphäre finden 45 Gäste einen Sitzplatz. Mit einem Saal für Gesellschaften bis zu 70 Personen und einer Kegelbahn verfügt Sabo über weitere Kapazitäten. Das kulinarische Angebot ist breit aufgestellt.

 

Alte Vogtei in Hamm bietet Romantik und regionale Küche

Argumente für einen Besuch der Alten Vogtei in Hamm an der Sieg gibt es zuhauf. Markus und Daniela Wortelkamp führen das 1753 erbaute Fachwerkhaus, in dem einst Friedrich Wilhelm Raiffeisen das Licht der Welt erblickte, in fünfter Generation. Seit 1975 trägt man den Titel eines Romantikhotels. Kein Wunder, dass mancher Gast nicht nur zur Einkehr, sondern gleich über Nacht bleibt. Schließlich lässt sich der Aufenthalt mit dem ein oder anderen Ausflug verbinden oder das Angebot aus dem Weinkeller noch entspannter genießen.

Schon beim Betreten der guten Stube offenbart sich, dass die versprochene Romantik mehr als Etikette ist. Umgeben von Holzgiebeln und Altertümchen wähnen sich die Gäste in Wirtschaft, Ratsstube und Gewölbe in einer fernen Zeit. Markus Wortelkamp verwendet gerne Bio-Lebensmittel und kocht mit regionalen Produkten. Die Speisekarte liest sich wie ein Kompendium für Einkaufstipps in der Region.